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Ein Zeitdokument aus unserer Festschrift anläßlich der 50-Jahrfeier
Etwa zehn Jahre nach dem mit der Gründung des 1. Hanauer FC. 1893 und der Viktoria 94 erfolgten Einzugs König Fußballs in unserer damaligen Kreisstadt Hanau am Main fand sich auch in Fechenheim eine Schar fußball- und sportbegeisterter junger Männer zusammen und gründeten unter Überwindung mancher Schwierigkeiten die "Germania 03". Diese Gründungsabsicht konnte nämlich erst dann in die Tat umgesetzt werden, wenn auch erwachsene Einwohner gefunden waren, welche bereit waren, die Genehmigung zur Gründung eines Vereins bei der hierfür damals zuständigen Polizeibehörde zu beantragen und die erste, dem Genehmigungsantrag beizufügende Vereinssatzung verantwortlich zu unterschreiben. Doch gelang es ihnen, bei älteren Einwohnern diese erforderliche Unterstützung zu finden.
Es hatten sich wohl in Fechenheim schon vorher andere Fußballklubs zu gründen versucht, aber es blieb lediglich beim Versuch der Gründung eines lebensfähigen Vereins.
Erst der Germania 03 blieb es vorbehalten, diese entscheidende Tat auch wirklich zuwege zu bringen und der erste lebensfähige Fußballklub in Fechenheim zu sein, sowie sich in ihrer weiteren Entwicklung als Ausgangsverein der heutigen "Sportvereinigung 03" zu erweisen. Der Verein pflegte neben Fußball auch noch Leichtathletik; viele Diplome und Preise zeugen noch heute von der Leistungsfähigkeit der Germania auch auf diesem Gebiete des Sports. Im Jahre 1911 konnte der unvergessene Verbandsvorsitzende Rat Dr. Popper die Einweihung des an der Offenbacher Fähre gelegenen ersten eingezäunten Sportplatzes der Germania 03 vornehmen. Es spricht für den Idealismus und die Tatkraft der Mitglieder, daß man für diesen Platz jährlich 300 Mark Miete aufbrachte.
Aber die Germania blieb nicht der einzige Fußballverein in Fechenheim, denn schon vier Jahre nach der Gründung der Germania 03, deren Wirken sich mehr im Süden Fechenheims abspielte, erwuchs ihr im Norden mit der Gründung der "Viktoria 07", die eine ebenso günstige Entwicklung nahm, ein mächtiger Konkurrenzverein.
In den folgenden Jahren konnte man ein großartiges Ringen der beiden Vereine um die Vorherrschaft in Fechenheim beobachten, das abwechselnd jeden erfolgreich sah; jedoch schien am Ende doch die Viktoria etwas stärker. Infolge der Rivalität und durch den dadurch geförderten gegenseitigen Ansporn wuchs die Spielstärke beider Vereine sehr rasch, so daß sie gefürchtete Gegner abzugeben vermochten. Der Zweikampf der beiden Vereine, die den Fußballsport in Fechenheim fest einbürgerten, wurde immer schärfer.
Kein Mensch hätte es zu der damaligen Zeit für denkbar gehalten, daß sich die beiden erbitterten Rivalen jemals vereinigen könnten.
Und doch kam es zur Vereinigung infolge der bei beiden Vereinen im Verlaufe des ersten Weltkrieges eingetretenen kriegsbedingten Schwierigkeiten. Sehr viele Spieler beider Vereine wurden bei Kriegsausbruch zum Heeresdienst eingezogen. Eine große Anzahl von ihnen wurde invalide oder starb den Tod fürs Vaterland. Die schwierigen Ernährungsverhältnisse führten überdies zur Kündigung des Germaniasportplatzes. Das sportliche Leben war somit sehr eingeschränkt und hätte schließlich während des Krieges wohl überhaupt eingestellt werden müssen.
Da faßten einsichtsvolle Männer in beiden Lagern den Entschluß, fortan zunächst während des Krieges den Fußballsport gemeinschaftlich in einer Kriegsspielvereinigung auszuüben, um ihn nicht ganz zum Erliegen kommen zu lassen. Und siehe da, die ehemals feindlichen Brüder lernten sich zu verstehen und zu vertragen. Nach Kriegsende vereinigten sie sich endgültig zur "Fußballvereinigung Viktoria-Germania 03". Das Kriegsbeil wurde endgültig begraben. Die Vereinigung erwies sich als fest und dauerhaft, und nur noch der Name erinnerte an die frühere Zweiteilung.
Es folgten Jahre mit hervorragenden sportlichen Erfolgen, in deren Verlauf wir unseren Vereinsnamen in "Sportvereinigung 03" änderten.
Nach einem vorübergehenden Abstieg in die A-Klasse knüpfte unsere Mannschaft an die Tradition des Vereins an und erreichte schließlich die Spielstärke, die man aus der Vereinigung der beiden ehedem so spielstarken Vereine erwarten konnte. Im Jahre 1926/27 wurde die Nordmainkreismeisterschaft errungen und damit die Berechtigung zum Aufstieg in die höchste Klasse im Süddeutschen Fußball-Verband. Manchen schönen Erfolg konnte unsere Mannschaft in den damaligen Verbandsspielen gegen Gegner wie Kickers Offenbach, Hanau 93, Fußballsportverein, Eintracht Frankfurt und andere Vereine erzielen und konnte in dieser starken Konkurrenz einen guten Mittelplatz erkämpfen.
Am Ende der Spielzeit 1928/29 mußten wir leider jedoch wieder in die zweite, damals "Kreisliga genannte, Spielklasse absteigen. Die erste Mannschaft aber blieb trotzdem zusammen, um den verlorenen Boden wieder gutzumachen. Und tatsächlich wurde ihre Einigkeit und Hingabe bestens belohnt: Sofort wurde die Meisterschaft in der Kreisliga wieder errungen und der erneute Aufstieg in die höchste Spielklasse, die damalige "Bezirksklasse", war gesichert. Dies war in der Saison 1929/30.
Aber schon am Ende der Spielzeit 1930/31 mußten wir leider wieder absteigen. Trotzdem bewies unsere Mannschaft in den Verbandsspielen der Kreisliga im Jahre 193/32, daß sie nach wie vor ein beachtlicher Gegner war, wenn es diesmal auch nur zum zweiten Platz in der Tabelle reichte und die Frankfurter "Sportfreunde" Tabellenführer wurden.
In der Saison 1932/33 wurde dann zwar die Nordmainkreismeisterschaft noch einmal errungen, aber in den anschließenden Aufstiegsspielen blieb uns der Erfolg versagt. Noch während dieser Aufstiegsspiele wurde mit einer Verjüngung der ersten Mannschaft begonnen. Ältere, verdiente und in vielen Kämpfen bestens bewährte Spieler machten jungen, begabten Nachwuchskräften Platz.
Zu jener Zeit erfolgte eine Neueinteilung des seitherigen Nordmainkreisgebietes in verschiedene Gruppen. Obwohl wir Meister des Kreises Frankfurt der Nordmainkeisliga waren, wurde uns der zustehende Platz in der Gruppe Frankfurt der neu geschaffenen Bezirksliga nicht eingeräumt, sondern wir wurden der Gruppe Ostmain zugeteilt. Beschwerden an alle Instanzen des Verbands und an den DFB blieben erfolglos.
Immerhin war diese Zuteilung zur Gruppe Ostmain nur von kurzer Dauer. Bald wurde wieder einmal umgruppiert und im Jahre 1936/37 konnten wir wieder in der früheren Frankfurter Gruppe spielen, nunmehr "Nordmain-Bezirksklasse" genannt.
Aber später fand man es für richtiger, uns und unsere alten Sportfreunde und Rivalen aus Bergen und Enkheim wieder aus der Nordmain-Bezirksklasse herauszunehmen und uns mit diesen der Südmain-Bezirksklasse zuzuteilen. Man mochte uns jedoch zuteilen, wohin es auch immer war, unsere verjüngte Elf schlug sich überall mit Bravour. Wenn es in den folgenden Jahren bis in die Kriegszeit hinein auch nicht mehr zu einer Meisterschaft reichte, so bewies sie doch immer eine beachtliche Spielstärke. Ein Abstieg aus der Bezirksklasse erfolgte nicht.
Die zielbewußte Weiterarbeit an der Hebung der Leistungsfähigkeit unserer Mannschaften erlitt durch den Ausbruch des zweiten Weltkrieges eine jähe Unterbrechung. Die meisten unserer Spieler wurden zum Wehrdienst einberufen und es wurde immer schwerer, mit den verbliebenen eigenen Kräften einen geordneten Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Durch den Umstand jedoch, daß sich uns während des Krieges einige Flaksoldaten als Spieler zur Verfügung stellten, konnten wir trotz aller Schwierigkeiten etwa bis zum Jahre 1944 den Spielbetrieb weiterführen und insbesondere auch eine 1. Mannschaft von nicht geringer Spielstärke aufstellen.
Aber im Jahre 1944 waren wir schließlich doch gezwungen, die Ausübung unsere geliebten Fußballsportes einzustellen. Bei der Häufung der Fliegerangriffe und vor allem der Fliegeralarme war es schon allein aus Sicherheitsgründen nicht mehr zu verantworten, Spiele austragen zu lassen.
Am 18. März 1944, dem vielleicht schwärzesten Tag unserer Vereinsgeschichte, erlitten wir einen besonders schweren Verlust, dessen Folgen selbst bis heute, 9 Jahre später, noch nicht ganz behoben werden konnten. An diesem Tag brannte unser Klubhaus auf dem Sportplatz, das von unseren besten Mitgliedern in jahrelanger unentgeltlicher Arbeit und unter Anspannung unserer finanziellen Kräfte zu einem schönen und gemütlichen Vereinsheim gestaltet worden war, völlig aus. Außerdem wurde unsere wenn auch kleine so doch stabile Tribüne vernichtet. Dem Feuer fielen sämtliche dem Verein gehörigen Bestände an Sportkleidungen, Ballmaterial, viele wichtigen Akten, vereinsgeschichtlich wertvolle Bilder, Diplome und dergleichen uns lieb gewordene Gegenstände den Flammen zum Opfer.
So bekamen wir auch als Verein das Entsetzliche eines Krieges in seiner vollen Schwere zu spüren. Wir hatten an einem einzigen Tag unser gesamtes Inventar, das wir auf dem Sportplatz in unserem Vereinsheim in verhältnismäßig guter Sicherheit wähnten, verloren. Wir standen vor dem Nichts und mußten vorläufig das Fußballspielen überhaupt einstellen, da zu jener Zeit weder Kleidung noch Ballmaterial käuflich zu erhalten war.
Unter diesen unglücklichen Umständen mußten unsere Mitglieder bis zum Ende des Krieges zwangsläufig darauf verzichten, sich sportlich betätigen zu können.
Der Krieg ging zu Ende und man konnte nun erwarten, daß der Spielbetrieb recht bald wieder aufgenommen und das Vereinsleben unserer Sportvereinigung wieder erweckt werden würde.
Doch ehe dies geschah, schwebte unser Verein im Jahre 1945 in der von vielen Mitgliedern zunächst nicht bemerkten Gefahr, seine Selbständigkeit zu verlieren, wenn nicht gar ganz aufgelöst zu werden. Der Empfehlung, daß wir uns einem in der Gründung befindlichen Fechenheimer Mammut-Sportverein anschließen möchten, leisteten wird Dank der Warnung einiger verdienter Mitglieder, für welche unsere "Sportvereinigung 03" die Verkörperung einer Tradition und ein fester sportlicher Begriff war, keine Folge und in der deswegen einberufenen Generalversammlung beschlossen unsere Mitglieder, die weitere Selbständigkeit unseres Vereins.
Nach diesem Entschluß, auch in Zukunft unsere Probleme und Aufgaben aus eigener Kraft zu meistern, ging es dann tatkräftig ans Werk. Noch immer gab es keine Sportartikel in den Geschäften zu kaufen, aber in anerkennenswerter Weise überließ uns die Firma Cassella Farbwerke Mainkur das gesamte, noch gut erhaltene Sportmaterial ihrer früheren Firmensportmannschaft. Nun gab es endlich wieder das so lang entbehrte Leben auf dem Sportplatz am Walde, das nicht nur die Aktiven begeisterte, sondern das auch unserer Fechenheimer Bevölkerung Freude und Unterhaltung von jeher geboten hatte.
Zunächst mußte auch für die Sportvereine der Verbandsspielbetrieb organisiert und Spielklassen gebildet werden. Bei dieser ersten nach dem Kriege vorgenommenen Neueinteilung der Vereine wurden wir auf Grund unseres letzten Tabellenstandes aus der Kriegszeit zunächst nur in die neue A-Klasse eingruppiert.
Unsere Mannschaft war bald wieder recht spielstark und konnte im Jahre 1948/49 die Meisterschaft erringen, die zwar am grünen Tisch umstritten war, aber letzten Endes doch zum Aufstieg in die nunmehr neu geschaffene II. Amateurliga (seither Bezirksklasse) führte. Wir vermochten seither in dieser Klasse eine gute Rolle zu spielen und im jetzt abgelaufenen Spieljahr 1952/53 belegte unsere Mannschaft dank des hervorragenden Einsatzes aller Spieler bei starker Konkurrenz unter 14 Vereinen den höchst ehrenvollen 6. Tabellenplatz.
Wie schon früher, so bemühten wir uns auch nach dem Kriege nach Kräften um die Verbesserung unseres Sportplatzes . Mit überwiegend eigenen Mitteln, einem Zuschuß des Hessen-Totos und des Sportamtes der Stadt Frankfurt am Main, wurde die Einfriedung des Platzes ermöglicht. Eine elektrische Platzbeleuchtung für Trainingszwecke geschaffen, der Aufgang zu den Zuschauerplätzen verbessert und somit auch mit diesen Arbeiten wertvolle Vereinsarbeit geleistet. Der uns so sehr am Herzen liegende Wiederaufbau der Umkleideräume an der alten Stelle konnte leider nicht durchgeführt werden. Doch haben wir vom Sportamt der Stadt Frankfurt die Zusage, daß in kürze von der Stadt die erforderlichen Wasch- und Umkleideräume an der Birsteiner Straße errichtet werden.
Mit stolzer Genugtuung können wir am Ende der ersten 50 Jahre des Bestehens unseres Vereins noch herausstellen, daß wir eine besonders rührige Jugendabteilung haben und in der Lage sind, neben unseren Aktiven und AH-Mannschaften, 6 Schüler- und Jugendmannschaften ins Feld zu stellen.
Wir alten Mitglieder und die gegenwärtig Verantwortlichen des Vereins wissen sehr wohl um die Nöte und Sorgen eines Sportvereins der unteren Spielklassen im Bereich der höchstklassigen Vereine. Wir wissen aber auch, daß gerade unsere Fechenheimer Jungen von jeher ihren ganzen Stolz daran setzten, die Farben unserer Sportvereinigung 03 würdig zu vertreten. Wir sind überzeugt, daß sie diesen gesunden Ehrgeiz auch in Zukunft zeigen werden.
Aus diesem Bewußtsein der steten Erneuerung der einen Sportverein tragenden Elemente aus den Reihen einer sportbegeisterten, ihre Sportvereinigung 03 liebenden Jugend, schöpfen wir, wohl ohne vermessen zu erscheinen, unsere Zuversicht für die weitere gedeihliche und seiner Tradition würdigen Fortentwicklung unseres Vereins.
Frankfurt am Main-Fechenheim, im Juni 1953 Wilhelm Klee
Wenn wir in diesem Jahr unser sechzigjähriges Jubiläum feiern, ist ein Vergleich mit den vergangenen 25. und 50. Jubiläen nicht mehr möglich.
In diesen Zeitabschnitten spielte unsere Sortvereinigung 03 noch eine Rolle, die ein Verein im Bereich von drei Großvereinen einfach nicht mehr spielen kann.
Es hat auch keinen Sinn mehr, der heutigen Generation mit einer Vergangenheit imponieren zu wollen, die eben nur noch eine Vergangeheit ist !
Nur um eines möchte ich unsere jungen Fußballer bitten, daran zu denken, daß aus dieser Vergangeheit der stolze "König Fußball" entstand. Man sollte auch immer daran denken, daß dieser "König Fußball" im Volke "König" ist und nur von den Millionen Fußballern getragen werden kann, von dem auch in unserer Sporvereinigung 03 ein winziger Teil dieser Millionen seinen Fußballsport ausübt. Von diesem Gedankengang aus möchte ich nun sagen, daß wir immerhin einer der ältesten Vereine sind, die mitgeholfen haben, eben diese Fußballgroßmacht zu schaffen und mit berechtigtem Stolz unser sechzigstes Gründungsjahr feiern dürfen. Stolz dürfen wir auch weiterhin darauf sein, daß heute, wie in der Vergangenheit, bei den aktiven Spielern sowohl wie auch den Vorstands- und Ausschußmitgliedern der gleiche Idealismus zu finden ist und immer ein Weg gefunden wurde, das Vereinsschiff um manche Klippe zu steuern.
Abschließend wünsche ich nun, daß die Jubiläumswoche allen unseren aktiven und passiven Mitgliedern ein bleibendes Erlebnis werden möge und neue Kraft und Selbstvertrauen schenke, zum Wohle unserer geliebten
Hans Lang
1. Vorsitzender
Aus der Festschrift anläßlich des 75-jährigen Jubiläums
Vereinschronik
Als am 18. März 1944 Brandbomben das kleine Klubhaus der Sportvereinigung 03 samt Tribüne vernichteten, verbrannte neben Sport- und Übungsgerät das gesamte Archiv des Vereins mit wertvollen Bildern, Dokumenten und Aufzeichnungen aus der Gründungszeit.
Eine dokumentarisch erhärtete Vereinsgeschichte ist folglich unmöglich. Was noch an Bildern, Aufzeichnungen und Dokumenten aus Privatbesitz vorhanden ist, gibt mit den Erinnerungen der "Alten" ein wohl unvollständiges Bild.
Lassen wir einen Veteranen aus seiner Sicht berichten, was damals geschah. Alterspräsident Wilhelm Klee, seit 67 Jahren Vereinsmitglied, gab uns folgende Schilderung.
Schon vor dem Jahre 1903 versuchte man in Fechenheim eine Fußballmannschaft ins Leben zu rufen, aber es kam immer wieder zur Auflösung. Dann aber schaffte es eine Schar junger Männer, den Fußballverein "Germania 03" zu gründen. Sie fanden erwachsene Einwohner, die nach den damaligen Bestimmungen berechtigt waren, bei der zuständigen Polizeibehörde eine Vereinsgründung zu beantragen. Der Sportplatz war damals an der Starkenburger Straße, kurz vor der Offenbacher Fähre. Es wurde neben Fußball auch Leichtathletik gepflegt. Im Jahre 1911 erfolgte an dieser Stelle die Einweihung des Sportplatzes.
Inzwischen war in Fechenheim die Fußballbegeisterung so groß, daß im Norden Fechenheims die damalige "Viktoria 07" ins Leben gerufen wurde. In den folgenden Jahren fand ein großartiges Ringen um die Vorherrschaft statt. Die Spielstärke wuchs durch diesen Ansporn, beide Vereine wurden zu gefürchteten Gegnern der damaligen Nachbarvereine.
Man hätte es damals für unmöglich gehalten, daß sich die beiden erbitterten Rivalen jemals vereinigen könnten. Doch während des 1. Weltkrieges wurde durch Einberufung der Spieler eine Schwächung beider Vereine ausgelöst, so daß keiner mehr allein bestehen konnte. So kam es zur Kriegsspielgemeinschaft. Man begrub sportliche "Feindschaft", nannte sich nach Kriegsende vorübergehend "Fußballvereinigung Viktoria-Germania 03". Bald fand man die endgültige Bezeichnung "Sportvereinigung 03 Fechenheim".
In der Spielzeit 1926/27 wurde mit einer starken Mannschaft die Meisterschaft des Nordmainkreises erkämpft. Die Mannschaft spielte dann in der höchsten Spielklasse mit Eintracht Frankfurt, Fußballsportverein, Kickers Offenbach, Hanau 93 usw.
Am Ende der Spielzeit folgte der Abstieg in die tiefere Klasse. Im Jahre 1928/29 war man wieder aufgestiegen. Bald aber ging es wieder eine Klasse tiefer.
Dann erfolgte eine Neueinteilung durch den Verband, die Zahl der Fußballvereine hatte erheblich zugenommen. Bis zum 2. Weltkrieg spielte die Mannschaft stets eine gute Rolle, ganz gleich, wohin man sie einteilte. Als dann am 18. März die Zerstörung des Vereinsheims erfolgte, wurde der Spielbetrieb eingestellt.
Von diesem Schlag erholten wir uns nur nach langer Zeit. Nach diesem Krieg lief der Verein Gefahr, in einem Fechenheimer Mammutverein aufzugehen. Aber in einer denkwürdigen Versammlung lehnte es die große Masse der Mitglieder ab, diesen Schritt vollziehen. Hier war es vor allen der erst kürzlich verstorbene Ehrenpräsident Daniel Blümel, der warnend seine Stimme erhob.
Mit vereinten Kräften wurde nun an der Weiterentwicklung des Vereins gearbeitet, so daß wir in der Lage waren, im Jahre 1953 zu unserem 50jährigen Jubiläum der Bevölkerung Fechenheims in einer Jubiläumssportwoche unser Tun und Treiben mit bestem Erfolg sichtbar zu machen.
Aber auch die Jahre danach forderten vom Verein die Lösungen vieler Probleme.
Nach dem Jubiläum blieben zunächst die sportlichen Erfolge aus. Erst im Jahre 1957 gelang es unter der hervorstechenden Leistung des Enkheimer Friedel Müller und dem Spielausschußvorsitzenden Ekkehard Nufer in die Bezirksklasse aufzusteigen. Sofort wurde die Mannschaft Meister dieser Klasse, verlor aber im Aufstiegsspiel zur Höchsten hessischen Amateurklasse gegen Heusenstamm.
Was nun folgte, war der bedauerliche Ausverkauf unserer Meistermannschaft. Der Abstieg von der Bezirksklasse zur A-Klasse war nur eine Frage der Zeit, ja es folgte im Jahre 1966/67 der tiefste Sturz in der Vereinsgeschichte. Wir fanden uns in der B-Klasse, um aber sofort mit nur einem Minuspunkt wieder in der A-Klasse zu landen.
Bei einer Neueinteilung versetzte man uns in die A-Klasse Offenbach, die dortige Spielweise paßte nicht zu unserer technisch versierten Mannschaft. Noch unter der Vereinsführung von Wilhelm Puth gelang es, den Bischofsheimer Trainer Helmut Studenroth zu verpflichten. Ihm bot sich ein gutes Spielerkontingent, er fand eine schlagkräftige Mannschaft und errang in der Saison 1972/73 die Meisterschaft der A-Klasse Offenbach.
War die Mannschaft in den ersten Bezirksligajahren stets mit vorne, so klopfte in der letzten Saison das Abstiegsgespenst bedenklich an unsere Tür. Der Weggang guter Spieler war einfach nicht zu verkraften. Auch in dieser Saison drücken uns die gleichen Sorgen.
Inzwischen benutzen wir die Bezirkssportanlage Pfortenstraße. Dies hat manches Problem aufgeworfen mit der Stadt Frankfurt, vor allem aber mit der TSG betreffend Umkleidemöglichkeiten, Duschen und Platzeinteilung. Zum Teil sind diese Fragen noch ungeklärt.
Auf dem Sportplatz in der Birsteiner Straße erstellte der Verein unter Mitwirkung der Aktiven und der Jugend eine Flutlichtanlage. Besonderes Lob gilt hierfür unserem leider viel zu früh verstorbenen Mitglied Willi Korb.
Auf gesellschaftlichem Gebiet ist unser Verein inzwischen in Fechenheim und Umgebung für mutige Veranstaltungen allseits bekannt. Sportlich wird alles getan, um dem Verein auch in der Zukunft seinen guten Namen zu erhalten.
Sollte es dem Verein gelingen, ein eigenes Klaubhaus zu erstellen, dann wäre damit auf dem Weg zum 100jährigen Jubiläum eine große Tat vollbracht, zum Segen für unsere sportbegeisterte Jugend.
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